Als der Autor nach annähernd vierzehn Jahren aus der allumfassenden staatlichen Fürsorge als Sozialwaise entlassen wurde, fühlte er sich so, als würde er gerade erst das Licht der Welt erblicken. Ängstlich und unsicher tastete er sich in die Welt der Erwachsenen und war dabei voller Fragen.

Die allerwichtigste Frage aber, die er in den Folgejahren mit sich herumtrug und die, wenn man sie an ihn richtete, ihn stets beharrlich schweigen ließ, weil er glaubte, sich für einen Makel schämen zu müssen, war die Frage nach seiner Kindheit und nach seinem Elternhaus. Er wusste nichts über seine Familie, insbesondere über seinen Vater, und kannte die Gründe nicht, aus denen seine Geschwister und er ins Heim beordert worden waren. Und so begann er – zunächst recht zögerlich, aus Angst vor einer vielleicht schmerzlichen Wahrheit- seine älteren Geschwister nach den Lebensumständen, dem Schicksalsweg und der jeweils verlorenen Kindheit zu befragen, ebenso wie auch seine Mutter, die vieles an unerfreulichen Erlebnissen verdrängt hatte und sich nicht gerne an die unglückselige Vergangenheit erinnern wollte.

Seine Recherchen dienten nicht der Suche nach Schuld, sondern der Erforschung der schicksalhaften Ursachen und halfen zugleich bei der Aufarbeitung der liebeleeren Kindheitserlebnisse, führten schließlich auch zu einer Versöhnung mit der eigenen Vergangenheit.

Die Schilderungen der eigentümlichen Heimwelt der Nachkriegsjahre und ihrer fragwürdigen Erziehungsmethoden sollen nicht als Anklage verstanden werden, sondern lediglich die autobiographische Situation wiedergeben und einen Einblick in das beispielhafte Einzelschicksal bieten.

Zugleich soll das Buch ein psychologisches Porträt kleiner Leute und ihrer Schwierigkeiten und Probleme in ihrem Leben in dieser Zeit sein.

Buchcover "Misshandelte Zukunft" von Harry Graeber Inhalt Inhalt Cover 186x300

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Titel: Misshandelte Zukunft
ISBN: 3-937624-61-9
Preis: 12,80 Euro